Menü
reinert-baerchen-beitrag-essen-im-restaurant-header-desktop

Tipps zum Familienessen im Restaurant | Reinert Bärchen

Mit Kindern auswärts essen zu gehen kann richtig Spaß machen: tolles Essen, keiner hat damit Arbeit, neue Eindrücke für Groß und Klein: Ein wunderschönes Highlight im Familienleben. Es kann aber auch anders kommen: Die Kleinen werden schnell ungeduldig, möchten lieber toben, und gehen über Tische und Bänke. Wenn dann noch am Essen gemäkelt wird, hängt der Familiensegen schief. Es lohnt, sich vorher ein paar Gedanken zu machen. Hier kommen Anregungen, wie der Restaurantbesuch mit Kindern gelingt.

Kinder merken sehr schnell, ob sie wirklich willkommen sind. Deshalb ist es sinnvoll, ausgesprochen kinderfreundliche Lokale auszusuchen. Bereits kleine Indizien weisen auf Familienfreundlichkeit in Gaststätten und Lokalen hin. Diese Checkliste hilft bei der richtigen Auswahl.  

Checkliste:  

  • Sind ausreichend Hoch-/Kinderstühle vorhanden? 
  • Gibt es Wickelmöglichkeiten? 
  • Ist ausreichend Platz für einen Kinderwagen? 
  • Wie ist das Angebot an Kindergerichten? 
  • Ist eine Spielecke im Restaurant und im Außenbereich vorhanden? 
  • Gibt es Kinderbeschäftigung wie Malzubehör für kleine Gäste? 
  • Werden Kinderbesteck und -teller angeboten oder vielleicht sogar Sets?

Restaurants mit speziellen Kinderspeisekarten sind toll. Oft verbergen sich hinter tollen Phantasienamen aber doch wieder nur Chicken Nuggets, Spaghetti Bolo, Pommes mit Wienerle oder Schnitzel. Das ist kein Drama – aber etwas mehr Kreativität und Konzentration auf die kleine Kundschaft wäre schon toll. Wenn es einen Knabberteller mit Gurkenscheiben, Möhrensticks, Radieschen und ein wenig Brot gibt, das nimmt den ersten Hunger und wirkt garantiert beruhigend auf die kleine Gäste. Statt Pommes machen auch Kartoffelbrei oder Ofenkartoffeln schön satt. Auch Ofengemüse als Fingerfood ist für Kinder eine gute Alternative. Und als Nachtisch zum Eis Obst in appetitliche Stückchen geschnitten. Und als Getränk ist neben Wasser eine Fruchtsaftschorle perfekt.

Dass Kinderportionen kleiner sind, versteht sich von selbst. Aber manchmal ist selbst das zuviel. Oder Eure Kinder wollen unbedingt das essen, was die Großen bekommen.  In dem Fall am besten nach einem Räuberteller fragen. Da können die Kinder für einen kleinen Aufpreis bei den Eltern mitessen.

Für viele Kinder ist das lange Warten und Still-Sitzen im Restaurant eine kleine Qual. Da kann sich eine halbe Stunde wie eine Ewigkeit anfühlen. Folge: Die Kinder machen Unsinn: Toben, Turnen, zupfen Serviettenkonfetti, … . Hier ein paar Tipps, wie Langeweile vermieden werden kann:

  • Oft unterhalten sich Erwachsene über die Köpfe der Kinder hinweg. Besser ist es, sie aktiv ins Tischgespräch einzubeziehen. Sprecht Themen an, die eure Kinder interessieren und ermutigt sie, über ihre Erlebnisse, Enttäuschungen, Kümmernisse und Freuden zu reden.  
  • Auch die Speisekarte gemeinsam zu erforschen, kann die Zeit schneller vergehen lassen. Unbekannte Speisen und neue Begriffe sind interessant. Viele Kinder freuen sich, wenn sie ihr Essen selbst bestellen dürfen – das ist für sie oft ein Highlight. Bei jüngeren Kindern am besten nur wenige Optionen aus der Speisekarte anbieten – so fällt die Entscheidung leichter. 
  • Fällt das Still-Sitzen schwer, kann auch eine kleine Runde an der frischen Luft viel bewirken. Ideal sind natürlich Restaurants, die einen eigenen Spielplatz im Außenbereich oder einen angrenzenden Garten/Hof haben. So können sich die Kleinen austoben, während die Großen in Ruhe essen. 
  • Im Winter oder ohne Außenbereich hilft: gemeinsam das Restaurant erkunden oder nach Spielecken Ausschau halten. Denkt daran, auch eigene Sachen von zu Hause mitzubringen. Am besten eignen sich Kartenspiele, Malbücher, Stifte und Bücher.

Wenn Eure Kinder schon älter sind, redet vorher darüber, wie man sich im Restaurant verhalten soll. Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie zuhause am Esstisch. Es hilft also, wenn sie im Umgang mit Messer und Gabel geübt sind, das Essen gemeinsam begonnen und beendet wird. Das lernt man nämlich nicht von heute auf morgen. Im Restaurant muss zusätzlich auf die anderen Gäste Rücksicht genommen werden. Erklärt Euren Kindern dass sie etwas Geduld aufbringen müssen. Dazu gehört: leise sprechen, am Tisch sitzen bleiben, kein Streiten oder Schreien. Auch das Warten auf das Essen ist für Kinder einfacher, wenn sie verstehen, dass die Gerichte Zeit für die Zubereitung benötigen. Deshalb: Bereitet Eure Kinder auf den Restaurantbesuch vor – so wissen sie, was auf sie zukommt und können besser mit der Situation umgehen.

  • Vermeidet Stoßzeiten und plant Euren Restaurantbesuch lieber vor der Rushhour – zwischen 18:00 und 19:15 Uhr abends oder zwischen 11:30 und 12:30 Uhr mittags sind die Restaurants in der Regel noch relativ leer, die Bedienung ist entspannter und in der Küche geht’s schneller. 
  • Gebt dem Restaurant bereits bei der Reservierung Bescheid, dass Ihr mit Kindern kommt – so kann die Bedienung einen Tisch mit ausreichend Platz für Kinderwägen oder Hochstühle wählen.  
  • Berücksichtigt die Schlafenszeiten der Kleinen – ausgeschlafene Kinder sind ja bekanntlich entspannter. 
  • Wählt einen Tisch in der Nähe des Ausgangs – so könnt ihr, wenn Euer Kind unruhig wird, schnell einmal rauschlüpfen und es einfacher beruhigen.   
  • Toll, wenn es die Speisekarte online gibt. Dann könnt Ihr schon auf dem Weg mit Euren Kindern besprechen, wer was will. So kann jeder ganz in Ruhe entscheiden und die Bestellumg geht außerdem viel schneller.  

Bleibt gelassen und flexibel, falls trotz bester Vorbereitung mal etwas nicht ganz reibungslos verläuft. Dass Kinder auch mal eine Kartoffel fallen lassen, kleckern oder ein Glas Wasser verschütten, ist normal. Damit werden auch andere Gäste leben. Von Kindern wird keine Perfektion erwartet. 

Anders jedoch sieht es aus, wenn Eure Kinder bewusst die Tischnachbarn stören oder erheblichen Lärm verursachen. Wenn die Pommes über die Tafel fliegen und geschmatzt und wüst gekleckert wird. Dann ist es wichtig, ruhig, aber konsequent zu reagieren, so lernen die Kleinen, dass es wichtig ist, Rücksicht auf andere zu nehmen und Regeln einzuhalten. Das nächste Mal klappt es dann sicher besser.