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Familienessen macht gesund

Jeden Tag essen und trinken wir – und das am liebsten in Gesellschaft! Die gemeinsame Mahlzeit war schon immer wichtig fürs Zusammenleben. Wer seinen Platz an der Familientafel hatte, der gehörte dazu. Das gemeinsame Essen gibt Kindern nicht nur Geborgenheit und dem Alltag Struktur. Es verbessert auch die Kommunikation in der Familie und hat sogar positive Effekte auf die Gesundheit! Wie das alles zusammenhängt, erfahren Sie in diesem Newsletter.

Herzlichst

Dagmar von Cramm

Es ist schön, wenn die ganze Familie am Tisch beisammensitzt. Das sind die Zeitpunkte, um sich über aktuelle Geschehnisse auszutauschen, über Sorgen und spannende Erlebnisse zu berichten, den Tag zu planen und Pflichten zu verteilen. Das alles stärkt den Familienzusammenhalt.

Doch nicht nur das: Die Familienmahlzeiten haben auch ganz konkrete gesundheitliche Vorteile für die Kinder. Dies zeigt die aktuelle Studienlage: Es gibt Nachweise, dass die Mahlzeiten in der Familie das Risiko für viele ernährungsbedingte Gesundheitsprobleme im Kindes- und Jugendalter senken. Denn das gemeinsame Essen mit den Eltern hat neben dem sozialen auch einen erzieherischen Aspekt. Die Wissenschaftlerin Hammons fand heraus, dass bei Kindern und Jugendlichen, die drei oder mehr Mal pro Woche gemeinsam mit der Familie aßen, die Häufigkeit von Übergewicht abnahm. Der wahrscheinliche Grund: Sie aßen weniger ungesunde und mehr gesunde Lebensmittel.

Wenn Kinder seltener gemeinsam essen, stillen sie ihren Hunger mit Snacks. Bei einer gemeinsamen Mahlzeit aber werden andere Lebensmittel gegessen, als beim Snacken. Es wird gekocht – und das bedeutet im besten Fall es gibt Gemüse, Pasta oder Kartoffeln und damit jede Menge Ballaststoffe, Vitamine und Mineralien.  Bei Snacks ist das Gegenteil der Fall. Studien bestätigen, dass bei Snacks vor allem zu sehr fett-, zucker- und salzreichen Lebensmitteln gegriffen wird. Diese liefern viel Kalorien und relativ wenig wertvolle Nährstoffe. Wird das zur ständigen Verpflegung, dann bleiben nachteilige Folgen nicht aus. Gegen einen Geburtstagsmuffin oder ab und zu einen Keks oder ein Stück Schokolade ist nichts einzuwenden. Es sollte aber nicht zur Regel werden. Schließlich wissen wir, dass Kindern vor allem Ballaststoffe, einige Mineralstoffe und Vitamine.

Laut Umfragen essen Kinder immer noch am liebsten mit ihrer Familie. Unterschiedliche Zeiten  von Beruf, Schule und Kita machen gemeinsame Mahlzeiten aber oft schwer. Während sich die Familie früher meist mittags traf, wird zunehmend das Abendessen zum Familientreff. Das Abendessen unter der Woche ist die Mahlzeit des Tages, an der die meisten Kinder teilnehmen – unabhängig vom Alter. Das ergab der aktuelle DGE-Ernährungsbericht. Am Wochenende dagegen ist das gemeinsame Frühstück besonders beliebt. Eltern sollten diese Chance nutzen und Kindern ein gesundes Essverhalten vorleben. Dabei hilft Planung. Denn natürlich kostet es Zeit, frisch zu kochen, dafür zu sorgen, dass alle Zutaten im Haus sind und sich Kinder und Eltern die Essenszeit gemeinsam freihalten.

Wenn jeder schon mittags eine warme Mahlzeit gegessen hat – die Kinder in Schule und Kita, die Eltern in der Kantine - kann die Familienmahlzeit abends ruhig kalt sein – also buchstäblich ein Abendbrot. Das kann mit Vollkornbrot, magerem Aufschnitt, Käse, Veggie-Dipps und Knabbergemüse vollwertig und gesund sein.
Dabei spielt nicht nur das, was es gibt, eine Rolle – auch das wie! Denn das gemeinsame Essen soll Freude machen und in einer entspannten Atmosphäre stattfinden. Dazu gehört ein gedeckter Tisch, an dem jeder seinen Platz hat. Das Essen am besten in Schüsseln und auf Platten auftischen – dann gibt es keine Unruhe und Kinder lernen schon früh, ihre Portionen richtig einzuschätzen. Besonders wichtig: Handy, Radio oder TV haben beim Essen nichts zu suchen. Eltern haben dabei eine Vorbildfunktion, denn auch sie sollten sich die Zeit nehmen und ihren Kindern 100 Prozent ihrer Aufmerksamkeit schenken.

Regelmäßige Mahlzeiten, wiederkehrende Rituale und Essensregeln geben Kindern Sicherheit. Ihr Leben bekommt eine Alltagsstruktur. Von dieser Struktur profitieren sie ihr ganzes restliches Leben. Sie lernen durch die Familienmahlzeit, aufs Essen zu warten, bis alle da sind. Und fühlen sich durch die Gemeinsamkeit belohnt. Dazu gehört auch, dass Essen nicht ständig verfügbar sein sollte. Sonst kann es passieren, dass Kinder verlernen, auf ihr Hunger- und Sättigungsgefühl zu hören. Deshalb sollte nicht nebenbei, sondern bewusst am Tisch gegessen werden. 
Kinder möchten aber nicht nur Sicherheit – sie möchten auch „selber machen“ und helfen. Das war früher üblicher als heute, wie der 14. DGE Ernährungsbericht zeigte. Beziehe also Deine Kinder mit ein, wenn es ums Essen geht: 

Ein Speiseplan, der mit der ganzen Familie am Wochenende festgelegt wird, bietet mehrere Vorteile: Jeder kann sich beteiligen – das erhöht die Akzeptanz. Gleichzeitig hilft es bei der Planung von Einkauf und Zubereitung. Eine große Unterstützung im hektischen Alltag ist es, wenn jedes Familienmitglied weiß was zu tun ist. Tischsets, Teller, Besteck, Trinkgläser und Servietten sollten auch für die Kleinsten erreichbar sein, damit sie beim Tisch decken helfen können. Diese aktive Rolle können Kinder bereits im Vorschulalter erfüllen. 
Auch beim Schnippeln oder Dressing rühren können Kinder schon helfen. Das verkürzt die Wartezeit. Verteile Pflichten gerecht und schreibe einen Küchenplan – das hilft. Und hat vielleicht auch zur Folge, dass sich nörgelnde Kinder zu interessierten Feinschmeckern wandeln. Denn wer selber mitmacht, der bekommt Appetit aufs selbst Gekochte.
Es lohnt sich also, Familienmahlzeiten wichtig zu nehmen. Sie verhelfen Kindern zu einem gesunden Essverhalten, Gesundheit und der ganzen Familie zu mehr Gemeinsamkeit.

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